Schädel, knorpeliger und knöcherner Teil des Skeletts von Wirbeltieren und des Menschen am vorderen bzw. oberen Ende der Wirbelsäule. Der Schädel bildet einen Hohlraum, in dem das Gehirn geschützt liegt. Gleichzeitig bietet er die Ansatzfläche für zahlreiche Muskeln der Gesichtsregion und des Kauapparats (siehe Mund). Bei einigen primitiven Wirbeltieren bleibt der Schädel zeitlebens knorpelig. Bei höheren Fischen (Teleostei) und höheren Wirbeltieren, den Menschen eingeschlossen, besteht der Schädel nur während der Embryonalentwicklung aus Knorpel und verknöchert bald nach der Geburt bzw. nach dem Schlüpfen aus dem Ei oder nach der Metamorphose.
2. Der menschliche Schädel
Der Schädel des Menschen lässt sich in zwei Bereiche unterteilen: den Bereich, der das Gehirn unmittelbar einschließt (Hirnschädel), und den Gesichtsbereich (Gesichtsschädel) mit allen anderen Knochen, die den Schädel bilden. Die äußeren Knochen des Hirnschädels bestehen u. a. aus dem Stirnbein (Frontale) und dem paarigen Scheitelbein (Parietale), welches das Schädeldach bildet und dessen Teile beim Kleinkind noch durch eine Spalte, die Fontanelle, getrennt sind. Weiterhin gehört dazu das Hinterhauptbein (Occipitale), ein Knochen, der den hinteren und unteren Abschnitt des Schädels bildet; er hat eine große Öffnung, durch die das Gehirn mit dem Rückenmark in Verbindung steht. Und schließlich zählt zum Hirnschädel das paarige Schläfenbein (Temporale) samt seines Fortsatzes, des Jochbeins, welche die seitlichen Flächen des Schädels ausmachen. Das menschliche Temporale ist stammesgeschichtlich aus vier Knochen entstanden, die bei den niederen Säugetieren getrennt vorhanden sind: das Squamosum, das einen Teil der Kopfseiten bildet und den Unterkiefer trägt, das Felsenbein, welches das Innenohr birgt, das Mastoid hinter dem Ohr und das Paukenbein, das den Hauptteil der Paukenhöhle bildet, in der die Gehörknöchelchen liegen.
Innere Knochen des menschlichen Schädels sind das Siebbein (Ethmoid), das an der Nasenscheidewand beteiligt ist und durch das sich der Riechnerv zieht; das Keilbein (Sphenoidale), das den Großteil der Basis des Gehirnschädels bildet – es beherbergt die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) –; und ein Teil des Hinterhauptbeines. Die Schädelbasis besitzt drei Vertiefungen, in denen das Kleinhirn, Teile des Vorderhirns und des Temporallappens liegen.
Zu den Gesichtsknochen gehören folgende paarige Knochen: das Nasenbein (Nasale), das den oberen Teil des Nasenrückens bildet, das paarige Tränenbein (Lacrimale), das die Augenhöhlen nach unten unmittelbar neben der Nase abschließt, das Jochbein (Os zygomaticum), das den Unterrand der Augenhöhlen bildet, und das paarige Maxillare, das in der Embryonalentwicklung zusammenwächst und den Oberkiefer formt. Die Mandibulae (die im ersten Lebensjahr zusammenwachsen) formen den Unterkiefer, das Gaumenbein (Palatinum) bildet das harte Gaumendach. Das Pflugscharbein (Vomer) bildet zusammen mit dem Ethmoid die Nasenscheidewand.